Freilichtbühne Krusenkoppel

Freilichtbühne Krusenkoppel

Von "Kruse sien Koppel"

Tagsüber matschen, werken und Spiele für die Kleinen und abends lauschige Open-Air-Konzerte nach dem Motto "gewaltig leise" für die Großen – das ist die beliebte Krusenkoppel zur Kieler Woche. Doch auch abseits des Festes für See- und Sehleute hat "Kruse sien Koppel" auf 55.000 qm viel zu bieten …

Zum einen eine wechselvolle und aufregende Geschichte. Den kostbaren Besitz verdankt die Stadt zunächst einmal dem Rentner Heinrich Kruse von der Insel Fehmarn. 1856 siedelte er sich im stattlichen Hotel mit dem großen Grundstück in Düsternbrook an. Was dann folgte, titelte die Überschrift der Kieler Nachrichten im Jahre 1950: "dramatische Millionen-Erbschaft – Entführung hatte nichts genützt". Im Streite mit seinem Halbbruder hatte er das gesamte Grundstück in einem Testament an die Stadt Kiel vererbt. Als er in Geistesschwäche verfiel, entführte dieser kurzerhand Heinrich Kruse und ließ das Schriftstück annulieren. Doch vergebens – am Ende siegte die Gerechtigkeit und nicht nur die drei Eichen standen wie gewünscht noch am Karolinenweg, sondern die Bürger Kiels wurden zudem ab Juni 1950 mit einem oppulenten Freilichtkino beglückt.

Nach zahlreichen Wechseln, Pächtern und Sanierungen (1993) hat sich der Veranstaltungsort schließlich zu dem entwickelt, was er heute ist: die zweitgrößte Freilichtbühne Schleswig-Holsteins mit über 2200 Sitzplätzen und ein Zentrum an der Spiellinie für Festivitäten jeglicher Art.